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Pädagogik und Anthropotechnik René Klug

Pädagogik und Anthropotechnik

René Klug

Published April 27th 2010
ISBN :
Kindle Edition
193 pages
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 About the Book 

Masterarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie, Note: 1,0, Ruhr-Universität Bochum (Institut für Erziehungswissenschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: „Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen ThierMoreMasterarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie, Note: 1,0, Ruhr-Universität Bochum (Institut für Erziehungswissenschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: „Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Thier und Übermensch,ein Seil über einem Abgrunde. Was groß ist am Menschen, das ist,dass er eine Brücke und kein Zweck ist: was geliebt werden kann amMenschen, das ist, dass er ein Übergang und ein Untergang ist.“Friedrich Nietzsche„Viel Ungeheures ist, doch nichtsist ungeheurer als der Mensch.“SophoklesMit diesen berühmten Worten setzt das zweite Standlied des Chores in der Tragödie‚Antigone’ des antiken griechischen Dichters Sophokles ein, worin die Ungeheuerlichkeitdes Menschen, der in die Natur eingreift, um sie zu verändern und neu zuerschaffen, besungen wird. Unter sämtlichen gewaltigen und geheimnisvollen Dingengilt Sophokles der Mensch als das unheimlichste aller Wesen, weil es sich selbst unendlichübersteigt. Von Sophokles Tagen an bis hinein ins 20. Jahrhundert waren eshauptsächlich grobschlächtige Techniker, die dem Menschen im Dienste der Heilkunstoder des Fortschritts allerlei Organe aus dem eigenen Leib – oder gar aus demfremder Arten – schnitten, um sie anschließend wieder einzufügen. Mit der Erforschungdes menschlichen Genoms und der beginnenden Les- sowie Veränderbarkeitder genetischen Partituren tritt nun zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein Paradigmenwechselein, der dem Humandesign künftig völlig neue Möglichkeiten eröffnet. DieMenschheit tritt ein in eine Ära des Posthumanismus, in der zur herkömmlichen Menschenformungdurch die Pädagogik eine zweite Technik, die der genetischen Veränderung,tritt. Dadurch wird die Frage nach der conditio humana und damit nach demontologischen Status des Menschen – seinen Körper-, Art- und Gattungsgrenzen –sowie nach dem Verhältnis von Pädagogik und Gentechnik aufgeworfen (vgl. Vallant2008: 87, 105).Bis ins vergangene Jahrhundert bestanden zwischen Pflanze, Tier, Mensch und Maschinenoch klare Grenzen. Ausgelöst durch die jüngeren Forschungen der Humanwissenschaftenund die durch sie bewirkten Eingriffe des Menschen in die Prozessedes Lebens sowie die damit einhergehende ansteigende Künstlichkeit des Organischen sind diese Grenzen gegenwärtig zunehmend im Auflösen begriffen.